Nutztierhaltung       Living-Fish

Hühner, Puten, Enten und Gänse

Konventionelle Haltungsformen

Nicht nur Haushühner werden zur Eier- und Fleischproduktion gehalten. Auch Truthühner (Puten), Enten und Gänse werden - meist in Bodenhaltung - gemästet und für einen kurzen Gaumenkitzel getötet.
Laut den vom statistischen Bundesamt ermittelten Zahlen werden 62,1% der Legehennen in Käfigen bzw. den neuen "Volieren" gehalten, 21,7% entfallen auf die Bodenhaltung, 11,1% auf Freilandhaltung und nur 5,1% auf die Haltung in ökologisch ausgerichteten Betrieben.

Portrait des Nutztiers Huhn
Freundin oder Frühstücksei ?
Foto: soylent-network.de
Legebatterien und Käfighaltung

Schon 1999 wurde die bis dahin gültige Hennenhaltungsverordnung vom Bundesverfassungsgericht außer Kraft gesetzt, da sie gegen das Tierschutzgesetz verstoße. In dem Urteil werden klar die Grundbedürfnisse der Hühner - Scharren, Picken, Körperpflege und Sandbaden, das erhöhte Sitzen auf Stangen, sowie die ungestörte Eiablage - formuliert. Auch gleichzeitige Nahrungsaufnahme mehrerer Tiere und das ungestörte Ruhen, für das ein Flächenbedarf von 690 cm² angesetzt wird, müssen bei der Haltung ermöglicht werden.

Verbraucherministerin Künast legte einen Entwurf zur Legehennenhaltung vor, dem der Bundesrat 2001 zustimmte. Dieser sah einen Ausstieg aus der Käfighaltung bis zum Jahr 2007 vor.
Am 28. 11. 2003 wurde diese Legehennenhaltungsverordnung gekippt, bevor sie überhaupt in Kraft trat. Dank einer äußerst fragwürdigen Studie (Epileg-Studie: beschäftigt sich nicht mit dem eigentlichen Untersuchungsgegenstand der modifizierten Käfige; wurde maßgeblich von einem Geflügelwirtschaftsverein beeinflusst; ignoriert sowohl ethologische Erkenntnisse als auch ähnliche Untersuchungen, die zu anderen Ergebnissen kommen) und dem ungewöhnlich schnellen Vorgehen des Bundesrats werden die bestehenden Legebatterien noch bis 2012 ungestört weiter"produzieren" können.

Auch in den neuen modifizierten Käfigen werden die Tiere in "Kleingruppen" gehalten. (Es sind bis zu sechs Tiere pro Käfigeinheit erlaubt.) Mit dem Begriff der "Kleingruppenhaltung", den der ZDG (Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V.) kreiert hat, wird der Verbraucher in die Irre geführt.
Pro Tier (unter 2 kg) sind 800 cm² Fläche plus einem Legenest von 90 cm² vorgesehen. Dies ist etwas mehr als ein DIN A 4-Blatt und ein Bierdeckel.
Die Käfighöhe muss zwischen 50 und 60 cm betragen.
Für jede Henne müssen 12 cm Futtertrog und 15 cm Sitzstange uneingeschränkt zugänglich sein.

Wie vorher die Haltung in Legebatterien ist auch die Kleingruppenhaltung Ziel verschiedener Tierschutz-Aktionen. Durch unermüdliche Proteste ist es Vereinen und Verbrauchern gelungen, nach und nach alle großen Supermarktketten dazu zu bewegen, keine Eier aus Käfighaltung zu verkaufen. Der Protest konzentriert sich nun auf die Produzenten, die ihre eihaltigen Produkte "käfigfrei" herstellen sollen.
Auch wenn es hier nur um eine Verbesserung der Haltungsbedingungen geht, ist dies doch ein wichtiges Zeichen für die vielbeschworene Macht des Verbrauchers, die Missstände nicht einfach schweigend toleriert, sondern auch ohne gesetzliche Vorgaben schlichtweg unrentabel macht.
Bleibt nur eine Frage: Käfigfrei? Warum nicht gleich ganz ohne Ei!

Bodenhaltung
Die Legehennen draengen sich auf dem Boden des Stalls
Legehennen in Bodenhaltung
Foto: soylent-network.de

Die Hühner werden auf dem Boden einer großen Halle gehalten. Je nach Größe des Betriebes leben mehrere hundert bis tausend Tiere in einem Stall zusammen. Es dürfen bis zu neun Tiere pro m² eingestallt werden. Die Halle kann mehrere Ebenen umfassen (maximal drei).

Die Tiere müssen nicht ihr kurzes Leben lang auf Drahtgittern stehen, sondern können sogar in der Einstreu der Halle scharren. Ein Drittel der Stallfläche muss mit Einstreu bedeckt sein.

Da unzählige Tiere in so einer Halle zusammen gehalten werden, ist der Boden bald mit ihren Ausscheidungen übersäht. Dadurch entsteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Die unnatürliche Enge und das gezwungene Zusammenleben mit Hunderten von Artgenossen bedeuten Stress für die Tiere, der ihr Immunsystem schwächen kann.

Da kein oder nur wenig Tageslicht eindringt, werden die Tiere auch hier bei Kunstlicht gehalten.
Legenester stehen ihnen zur Verfügung und sie können auf Stangen "aufbaumen" - Hühner sind ursprünglich Waldvögel.

Hunderte von Puten stehen im schlecht beleuchteten Stall dicht an dicht
Truthühner (Puten) in Bodenhaltung
Foto: soylent-network.de

Truthühnern, Enten und Gänsen geht es nicht besser als den Legehennen und Masthähnchen. Auch sie werden oft zu Tausenden in großen Mastanlagen gehalten, bis sie zum ersten und letzten Mal die Sonne sehen - auf ihrem Weg zum Schlachthof.

Auch die Elterntiere werden in einer nur von Kunstlicht erhellten Halle gehalten. Die Hennen und Hähne verbringen ihr kurzes Leben damit, Legehennen-Nachwuchs zu zeugen. Die befruchteten Eier werden in Brutschränken bebrütet und die Küken nach einigen Wochen Aufzucht als Legehennen verkauft.
Auch die Elterntiere werden nicht älter als drei Jahre.

Bei hoher Besatzdichte werden oft erst nach dem "Ausstallen" auf dem Boden verendete Tiere gefunden.

Freilandhaltung

Die viel gepriesene Freilandhaltung ist nichts anderes als eine Bodenhaltung mit kleinem Auslauf.
Der Unterschied zur Bodenhaltung besteht einzig darin, dass die Hühner ihren Stall verlassen können. In einem gesicherten Außengehege hat jedes Tier einen Auslauf von etwa 4 m².
Da der Außenbereich von vielen Tieren gleichzeitig genutzt werden kann, ist die Grasnarbe oft stark geschädigt, wenn überhaupt Bewuchs vorhanden ist.

Ökologische Haltung nach der EU-Öko-Verordnung
Bei dieser Haltungsform wird den Tieren ein eingestreuter Stall mit maximal 3000 Tieren (bei Masthaltung 4800), sowie ein Auslauf von 4 m² pro Tier zur Verfügung gestellt. Maximal 6 Tiere pro m² Fläche (10 Tiere bei Masthähnchenhaltung) sind erlaubt.
Der Stallbereich ist mit Sitzstangen und den Legenestern strukturiert.
Die Hühner sollen nach Möglichkeit alle natürlichen Verhaltensweisen ausleben können.
Da für die Bio-Haltung andere Lege- und Mastrassen bevorzugt werden als in der konventionellen Landwirtschaft, legen die Tiere etwas langsamer an Gewicht zu und sind beim Erreichen des Schlachtgewichts etwas älter (Mindestschlachtalter 81 Tage).
 
Eierkennzeichnung
Sowohl verpackte als auch lose Eier müssen mit Angaben zu Haltungsform, Herkunftsland und Nummer des Legebetriebes versehen werden.
Beispiel: 0-DE-0912345 kennzeichnet ein Ei aus Biohaltung (0), Deutschland (DE), Bayern (09), dem Betrieb 1234 aus Stall 5
Interessant hierbei ist vor allem die Haltungsform, die aus der ersten Ziffer des Stempels hervorgeht:
Interessant hierbei ist vor allem die Haltungsform, die aus der ersten Ziffer des Stempels hervorgeht:
Diese Kennzeichnungspflicht gilt nicht für Eier, die in Nudeln, Fertigprodukten, Gebäck und Ähnlichem verarbeitet wurden oder für gekochte Eier (wie z. B. die gefärbten Ostereier!).
 
Das Leiden der Hühner

Schon kurz nach dem Schlüpfen werden die kleinen Legehennen "gesext". Da natürlicherweise nicht alle geschlüpften Tiere Hennen sind, sondern etwa gleich viele Hähne geboren werden, wird die Hälfte der Tiere durch Begasen mit Kohlenmonoxid oder Schreddern mittels rotierender Messer (im sog. "Homogenisator") getötet. Die verschiedenen Rassen der Legehennen sind auf eine hohe Legeleistung hin orientiert, nicht aber auf schnellen Fleischansatz und damit sind ihre männlichen Vertreter "Abfall" (Eintagsküken).

Brutschrank mit hunderten von Kueken
Küken in einer Hühnerbrüterei
Foto: soylent-network.de

Aufgezogen im Brutschrank, von klein auf an die quälende Enge gewöhnt, wird den Küken in den ersten Lebenstagen ohne Betäubung der empfindliche Schnabel gekürzt, um Federrupfen und Kannibalismus zu verhindern. Diese Verhaltensstörungen treten nur unter enormem Stress auf, was in Massenhaltungen an der Tagesordnung ist.

Die Tiere leben oft ausschließlich unter Kunstlicht. Damit wird ein längerer Tagesrhythmus simuliert, um die Tiere zu vermehrter Futteraufnahme zu animieren.

Neben dem seelischen Stress leiden die Tiere auch unter verschiedenen körperlichen Beeinträchtigungen, die durch den Bewegungsmangel (Die Vögel können nicht einmal ihre Flügel ausbreiten!) und das lebenslange Stehen auf den Drahtgitterböden verursacht werden. Geschwüre an den Füßen, Fettleber, Deformationen des Brustbeins und Eileiterentzündungen sind ein häufiges Bild in den Käfigen.
Die abnorm erhöhte Legeleistung, die jedes Huhn erbringen muss, laugt dessen Körper vollkommen aus. Der hohe Kalziumverbrauch (wird in die Eierschalen eingelagert) führt zu Osteoporose mit einhergehenden Knochenbrüchen und Verkrüppelungen.

Sterben sie nicht schon früher an Krankheiten, werden die Legehennen spätestens nach 12 bis 18 Monaten als Suppenhühner getötet.
 
Leidensgenossen
 
Puten, Enten und Gänse leiden natürlich genauso unter schlechten Haltungsbedingungen.
 

Federpicken und Kannibalismus treten auch bei Truthühnern auf. Vor allem die monotone Umgebung fördern dieses Verhalten schon bei den Küken. Wie Haushühner brauchen Puten ein regelmäßiges Staub- oder Sandbad, das der Körperpflege dient. Die Einstreu sollte mindestens 10 cm tief sein (Stroh-Kompost-Sand-Schichten). Enten und Gänse neigen zum Federrupfen, wenn ihnen keine Bademöglichkeit zur Verfügung gestellt wird.
Ein gut strukturiertes Umfeld und abwechslungsreiches Futter, das teilweise in die Einstreu eingebracht wird, tragen zur Verhütung solcher Verhaltensstörungen bei. Für die profitorientierte Nutztierhaltung ist das Kürzen der Schnäbel von Puten, Enten und Gänsen die günstige Alternative. Der Schnabel ist von vielen Nerven durchzogen und obwohl hart, sehr empfindlich. Er besteht aus Knorpel. Oft wird behauptet, dass das Kappen der Schnabelspitze für die Tiere nicht schmerzhaft sei. Doch der Vorgang ist vergleichbar mit dem Abschneiden der menschlichen Nasenspitze, die Schmerzen der Tiere dürften ähnlich sein. Die Verstümmelung behindert die Vögel bei Körperpflege und Nahrungsaufnahme.

Puten werden manchmal auch Zehenglieder abgeschnitten, da männliche Tiere in der Langzeitmast die Geschlechtsreife erreichen und es deshalb zu Rangordnungskämpfen kommen kann. Die Tiere könnten sich dabei mit den Krallen der Zehen gegenseitig verletzen.

Wie Masthähnchen leiden auch Puten unter ihrem hohen Körpergewicht. Im Laufe der Mast bewegen sich die Tiere immer weniger, bis sie fast nur noch liegen. Dies führt zu schmerzhaften Entzündungen der Brustpartie. Das hohe, unnatürlich verteilte Gewicht begünstigt Schäden an Sehnen, Gelenken und Knochen und führt zu Gleichgewichtsstörungen.

Enten werden kurz nach dem Schlüpfen die Flügel auf ein Drittel der Gesamtfläche gekürzt.
Flugenten werden ihr 3 bis 4 Monate dauerndes Leben lang auf Drahtgitterrosten gehalten. Dabei müssen sich zwischen 7 und 11 Tiere einen einzigen Quadratmeter Stallfläche teilen.

Eines der brutalsten Produkte der Fleischindustrie ist Gänsestopfleber (Foie Gras), die durchaus auch von Enten stammen kann. In Deutschland ist die Haltung von Stopflebergänsen zwar verboten, dafür sind wir nun der größte Importeur von Gänsestopflebern aus den umliegenden Ländern, die sich noch nicht zu einem Verbot durchgerungen haben. Neben den qualvollen Haltungsbedingungen (Bodenhaltung mit künstlicher Beleuchtung zu Tausenden) werden diese bedauernswerten Wesen mit Nahrungsbrei vollgestopft. Dazu wird ein 40 bis 50 cm langes Metallrohr durch Schnabel und Hals direkt in den Magen geschoben. Über ein Kilo gequollener und gesalzener Mais und Hafer (die zehnfache Menge ihres normalen Nahrungsbedarfs) wird den Tieren durch das Rohr in den Magen gestopft. Nach der Entfernung des Metallrohrs wird ihnen der Schnabel mit einem Gummiband zugebunden, damit sie nicht erbrechen können. Diese Prozedur müssen sie jeden Tag über sich ergehen lassen. (Quelle: Bund gegen den Missbrauch der Tiere e.V.)

Kurz vor ihrem Tod im Schlachthof werden die Tiere gerupft. Das heißt, ihnen werden bei lebendigem Leib die Daunenfedern ausgerissen. Diese Federn sind so fest in der Haut verankert, dass es dabei zu Hautverletzungen kommt. Hat das Tier "Glück", wird es erst nach seinem gewaltsamen Tod gerupft. Zudem gibt es noch personalsparende Rupfmaschinen. In der EU ist das Rupfen lebender Gänse verboten. Es gibt jedoch keine sichere Methode, die Herkunft der Daunen zu klären. Man kann nicht feststellen, ob sie aus Lebend- oder Totrupf stammen.

Selten werden auch "Legegänse" oder -enten gehalten. Auch sie werden nach etwa zwei Jahren und 500 gelegten Eiern getötet.

 
Glückliche Hühner, Puten, Enten und Gänse

Die domestizierten Haushühner stammen vom Bankivahuhn (Rotes Kammhuhn) aus Südostasien ab. Trotz der jahrtausendelangen Zucht auf menschliche Vorlieben hin, legen auch heutige Lege- und Masthühner die gleichen Verhaltensweisen an den Tag - wenn mensch sie nur lässt.

Die Tiere leben in kleinen Gruppen zusammen - jeweils ein Hahn mit mehreren Hennen und Jungtieren. Der Hahn ist der Anführer der kleinen Schar, der seine Familie führt und beschützt und natürlich auch für Nachwuchs sorgt.
Die Hennen legen zwischen sechs und acht Eier - jeden oder jeden zweiten Tag eines. Wird eines der Eier gestohlen, legt die Henne meist ein zusätzliches Ei. Sind alle Eier gelegt, werden sie etwa drei Wochen bebrütet. Die Küken können schon im Ei verschiedene Laute von sich geben. Die Henne reagiert auf die erfreuten oder traurigen Piepser, indem sie ihren Körper auf dem Ei bewegt oder beruhigend gluckst. Die Bindung zwischen Mutter und Küken beginnt bereits vor der Geburt. Sind die Kleinen geschlüpft, dauert es weitere drei Wochen bis sie fliegen können und mit den Erwachsenen auf einem Baum übernachten. Die Hennen brüten zwei- bis dreimal im Jahr.
Die natürliche Lebenserwartung beträgt etwa 5 bis 7 Jahre.

Die zentrale Stelle in ihrem eher kleinen Revier ist der Schlafbaum, auf dem sie sich nicht nur nachts, sondern auch bei Gefahr aufhalten. Sie bevorzugen Gegenden mit Büschen, Hecken, hohem Gras und Bäumen, wo sie viel Deckung finden und auch ihre Eier geschützt ablegen können.

Die meiste Zeit des Tages verbringen sie mit der Nahrungssuche. Auf dem Boden scharren und picken sie nach Sämereien, Würmern und Insekten.
Zur Gefiederpflege nehmen sie ein Staubbad, das auch vor Parasiten schützt. Wie alle Vögel gönnen sich auch Hühner gern ein Sonnenbad. Dabei sitzen sie mit ausgebreiteten Flügeln in der Sonne.

Die "Hackordnung" in der Gruppe wird nicht etwa durch echte Kämpfe ausgefochten. Die Rangfolge der Tiere ergibt sich, wie bei den meisten Tiergruppen, aus Alter, körperlicher Leistungsfähigkeit (Kammgröße, Gefieder, Statur) und dem individuellen Selbstbewusstsein. Tiere lösen Konfrontationen nach Möglichkeit ohne zu kämpfen. Meist reichen Drohgebärden und Imponiergehabe zusammen mit dem Auftreten der Gegner, um einen Sieger zu bestimmen. Jeder Kampf zieht Verletzungen nach sich, die in Freiheit möglicherweise zum eigenen Tod durch Infektion der Wunde oder Verhungern führen könnten.

Das natürliche Verhalten von Truthühnern ist vergleichbar mit dem der Haushühner. Sie zählen ebenso zu den Hühnervögeln.
Ursprünglich stammen sie aus Mittel- und Nordamerika.
Sie leben in Gruppen bis zu 50 Tieren, die einer bestimmten Rangordnung unterliegen. Die Bindung der einzelnen Mitglieder an die Gruppe ist sehr stark.

Die Küken werden von den Erwachsenen gegen Eindringlinge verteidigt. Einem Angriff gehen Warnlaute, Spreizen der Flügel und Schwanzfedern (Radschlagen) voraus. Der Angriff selbst erfolgt durch Flügelschlagen, Anspringen und Hacken mit dem Schnabel.

Einen großen Teil des Tages verbringen die Tiere mit der Nahrungssuche. Sie laufen pickend und scharrend herum. Ihr empfindlicher Schnabel gibt ihnen Aufschluss über Beschaffenheit von Untergrund und gefundener Nahrung. Diese Phasen werden unterbrochen durch kurze Ruhepausen, die gerne auch auf dem Bauch liegend genossen werden.
Auch Truthühner schlafen nachts auf hohen Bäumen. Die Mütter übernachten mit den noch nicht flugfähigen Küken versteckt auf dem Boden.
Sonnen- sowie Staubbäder sind bei den Tieren sehr beliebt, dienen der Gefieder- und allgemeinen Gesundheitspflege.

Die Tiere werden etwa drei bis fünf Kilo schwer und bis zu 10 Jahre alt.

Unsere Hausgans stammt von der Graugans ab. Sie können meist nicht fliegen.

Wildgänse fliegen im Winter in den Süden. Dazu versammeln sich mehrere Gänsefamilien zu einer "Schar". Sie fliegen in der bekannten V-Formation, die ihnen ermöglicht, weite Strecken zurückzulegen. Die Tiere wechseln sich in der anstrengenden Position des Anführers der Gruppe ab.
Stürzt z. B. ein Tier ab, weil es angeschossen wurde, bleiben einige der Gänse ebenfalls zurück, um nach ihm zu sehen.

Gänse gehen lebenslange Partnerschaften ein. Stirbt der Partner sondert sich der hinterbliebene Vogel von der Gruppe ab und scheint zu trauern. Danach verbringen manche Tiere den Rest ihres Lebens als Witwen bzw. Witwer.

Einmal im Jahr legt das Gänseweibchen Eier, die 30 Tage bebrütet werden. Das Männchen bewacht seine Familie im Nest, das gerne im nächsten Jahr wieder benutzt wird. Gänsemänner sind durch ihr fantastisches Seh- und Hörvermögen hervorragende Wächter.

Als Mastenten werden Peking- und Moschusenten gehalten. Die Pekingente ist die aus Südostasien stammende domestizierte Form der Stockente. Die Haustierform der seit Jahrhunderten in Südamerika gehaltenen Moschusenten sind die Warzenenten, die auch als Flug- oder Barbarie-Ente verkauft werden. Daneben werden auch Kreuzungen aus Peking- und Moschusente angeboten (Mularden - reine Masttiere, da selbst nicht fortpflanzungsfähig).

Enten leben als Wasservögel in bewaldeten Gegenden mit Seen oder Flüssen. Sie verbringen den Tag gründelnd im Wasser, suchen aber auch an Land nach schmackhaften Pflanzen.

Die Tiere leben in Gruppen zusammen. Wildenten sind im Gegensatz zu ihren domestizierten Vettern monogam.

Enten legen bis zu dreimal im Jahr zwischen fünf und zehn Eier, die 35 Tage bebrütet werden.
Die Entenküken sind Nestflüchter. Da die Tiere ihre Nester in Baumhöhlen anlegen, müssen die Kleinen den Sprung aus dem Nest wagen.
Bereits ein paar Stunden nach dem Ausschlüpfen können sie selbstständig fressen und schwimmen. Nach etwa acht Wochen können sie fliegen.
Die Mutter kümmert sich mehrere Monate um ihre Entchen.

Zusammenfassend:
Kueken im Stoh
Foto: soylent-network.de

Egal aus welcher Haltung Hähnchenschenkel, Putenbrust, Gänsebraten, Daunenjacke oder Spiegelei stammen, die betroffenen Tiere werden geboren, um ausgebeutet zu werden. Sie werden ihr Leben lang gefangen gehalten, sehen oftmals nicht einmal das Sonnenlicht. Sie leiden körperlich wie seelisch unter den Haltungsbedingungen, den ihnen abverlangten Leistungen und den Verstümmelungen, die ihnen von ihren Haltern zugefügt werden.

Die durch die Tierschutz-Schlachtverordnung geregelte Schlachtung (die "humanes Schlachten" gewährleisten soll) hat leider auch nichts mit einem friedvollen Tod zu tun. Schon der Transport zum Schlachthof kostet einige Tiere das Leben. Nach der Ankunft werden die Tiere mit dem Geruch, den Geräuschen und dem Anblick des Todes vieler Tiere und auch ihrer Artgenossen konfrontiert. Logischerweise erregt dies in den Angekommenen Angst- und Panikgefühle, die sie zur Flucht veranlassen würden - wenn ihnen das möglich wäre.

Der Konsum von Fleisch ist ganz offensichtlich mit dem Tod von Lebewesen verbunden. Doch auch als Ovo-Lakto-Vegetarier (verzehrt auch Eier und Milchprodukte) kann man sich nicht davon freisprechen.
Daunen sind ein Nebenprodukt der Fleischindustrie, mit dessen Erwerb man diese direkt unterstützt.
Eier sind Produkte des Zyklus des weiblichen Vogels, die ein Tier von der Zelle zum Küken wachsen lassen. Sie enthalten deshalb Eiweiß und Fett im Übermaß. Die legenden Hennen müssen viel ihrer eigenen Energie in die Produktion eines Eis stecken. Die Eierschale enthält viel Kalzium, das aus dem Körper des Huhns stammt. Muss es sehr viele Eier legen, löst der Körper Kalzium aus den Knochen, was zu Osteoporose führt.
Selbst wenn man die Qualen der Legehennen und die Tatsache, dass Eierkonsum ziemlich ungesund ist, außer Acht lässt, bleibt zwei wichtige Fakten:

Sind sie nicht mehr profitabel, werden Legehennen als Suppenhühner umgebracht.
Auf jede Legehenne kommt etwa ein männliches Küken, das wie Müll entsorgt und vergast oder geschreddert wird.

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